Der Kuh-Kindergarten!

Apr 23 2021 Tags: rinder, tiere, tierwohl, weidehaltung

Das Frühjahr ist bei unseren Landwirten eine der arbeitsintensivsten, zugleich aber auch schönsten Zeiten im Jahr. Es stehen nämlich die Geburten der Kälber an.

Die Kalbungen werden meist gezielt auf den Zeitraum zwischen Weihnachten und Frühling gelegt, um den Mutterkühen und deren Kälbern den idealen Start ins Jahr bzw. ins Leben zu bieten. Das erste Gras des Jahres ist das Saftigste und Nährstoffreichste des gesamten Jahres, wodurch die Kühe die meiste Energie aufnehmen und an die Kälber weitergeben können. In den 6-8 Monaten, in denen die Kälber bei ihren Müttern bleiben, ist also eine ausreichende Nährstoffzufuhr sichergestellt und die Jungtiere können sich optimal entwickeln.

Kuh mit Kälbern

(Kuh-Kindergarten: Eine Kuh-Nanny passt auf mehrere Kälber auf, während die Mütter Freizeit haben.)

Aber auch eine Kuh braucht hin und wieder mal ein wenig Zeit für sich. ;-)

Und hier kommt der Kuh-Kindergarten ins Spiel, der zeigt, in welch sozialer Gemeinschaft Rinder leben. Die Kühe bestimmen nun also von Tag zu Tag, von Zeitraum zu Zeitraum eine Kuh, die für diese Zeit die Nanny ist und auf eine ganze Schar von Kälbern aufpasst. In der Zwischenzeit können die verbliebenen Mütter fressen, saufen oder auch einfach mal alleine in der Sonne liegen. In der Natur hat sich dieses Verhaltensmuster vermutlich auch durchgesetzt, um den Kälbern kilometerlange Wanderungen zur nächsten Wasserstelle zu ersparen, die ihnen viel Energie abgefordert hätten.

Glücklicherweise müssen die Kühe unserer Landwirte solche distanzen nicht mehr zurücklegen, um an Wasserstellen zu gelangen; das Prinzip des Kuh-Kindergarten ist allerdings geblieben.

Der Ausdruck "Blöde-Kuh" ist also wohl nicht mehr als eine nicht gerechtfertigte Beleidung für Menschen. Denn solch eine Verhaltensweise beweist einmal mehr, die Intelligenz und sozialen Eigenschaften von Herdentieren.



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